Restaurant „La Pressoir de Bacchus“ - Blienschwiller

Restaurant „La Pressoir de Bacchus“ - Blienschwiller

Blienschwiller

Blienschwiller

Restaurant „La Pressoir de Bacchus“

50 route des Vins
F-67650 Blienschwiller

Tel. 0033-388924301

Inhaber: Sylvie und Gilles Grucker

Ruhetage:
im Sommer Dienstag ganztags und Mittwoch Mittag
im Winter Dienstag und Mittwoch ganztags

Menüs ab 24 EURO

Die elsässische Weinstraße mit ihren romantischen Städtchen und Dörfchen ist immer wieder eine Reise wert. Gute Lokale im mittleren Preissegment mit eigenständigen kreativen Küchenideen gibt es hier leider nicht sehr viele. Natürlich werden immer wieder die sog. Küchenklassiker des Elsass wie Sauerkrautplatte, Flammekuchen, Schnecken usw. usw. in unterschiedlicher Qualität angeboten. Wir jedoch fahren immer wieder gerne in das für uns nahe Elsass, um wirklich kreative frische Küche zu genießen, die es nach unserer Erfahrung auf der badischen Seite des Rheins leider kaum noch gibt.

Das kleine Restaurant Le Pressoir de Bacchus im romantischen mittelalterlichen Dörfchen Blienschwiller ist so eine Oase im weiten Feld des Einheitsgeschmacks und mancher Einfallslosigkeit der Verantwortlichen in der Küche. Das Restaurant hat Platz für maximal 20 Gäste, der gemütliche Gastraum ist im Stil einer Winstub eingerichtet. Schöne Holztische, karierte Tischdecken („Kelsch“, also original elsässer Muster), Kerzen auf dem Tisch und edle bequeme Holzstühle mit roter Polsterung sorgen dafür, dass man sich einfach wohl fühlt.
In der Ecke die dominante Theke mit Zapfhahn (allerdings nur Dekoration). An den Wänden sehr moderne Bilder, die aber irgendwie doch zu dem Ambiente passen. Die Wirtsleute haben eine Vorliebe für Hühner-Figuren in allen Variationen – in Blech, Ton, Holz, glasiert, weiß, kariert – ein tolles Ensemble, wir haben einfach aus Spaß gezählt, es waren 43 Figuren.

Das Lokal wird geführt von Sylvie und Gilles Grucker, Frau Sylvie Grucker ist für die feinen Kreationen der Küche verantwortlich, Gilles Grucker ist für den freundlichen umsichtigen Service zuständig. Zu empfehlen ist eigentlich immer das „große Menü“ mit 5 Gängen zu 43,70 EURO/Person. Hier handelt es sich um ein Menü nach Marktangebot, wobei die einzelnen Gänge nicht zu voluminös geraten. Wenn sie a-la-carte speisen, sollten sie großen Hunger haben, die Portionen sind reichlich, es schmeckt jedoch alles so gut, dass sie bestimmt aufessen.

Sehr erfreulich ist, dass die kürzliche Mehrwertsteuer-Reduzierung in Frankreich an den Gast weitergegeben wird und die Preise „vorher/jetzt“ auf der Speisekarte angegeben sind. Bei unserem letzten Besuch hatten wir wieder das genannte Menü. Als Vorspeise kam eine vorzügliche bloc de foie gras (Gänsestopfleber) mit Fleur de Sel, grobem Pfeffer und einer Reduktion von Himbeeressig (Creme de Framboise). Dazu ein Glas gut gekühlten Gewürztraminer Vendange Tartive (also süße Auslese) aus Blienschwiller, der vollen Geschmack und eine wuchtige Süße hatte.

Zum 2. Gang (Zwischengang) wurden frisch gebratene Jakobsmuscheln in einer Creme aus Rote Bete (mit einer vorzüglichen Sauce aus Sahne, in der kleine Speck-Würfel mitgekocht wurden, um den Geschmack zu übertragen). Alles serviert - sehr originell – in einem schräg gekippten Glas ähnlich einem überdimensionalen Cognac-Schwenker und geschmacklich sehr fein abgestimmt.

Der Hauptgang war Lammcaree mit Parmesan-Kräuter-Kruste mit kleinen Rösti-Talern und frischen Artischoken-Böden in Olivenöl gegart.

Das Lamm mit einem Zweit Thymian wurde vom Chef mit etwas Thymian-Alkohol beträufelt und flambiert. Dies war nicht nur Schau wie manches Flambieren, sondern ergab zusätzlich ein köstliches ganz feines Räucheraroma. Das Lamm natürlich rosa auf den Punkt gebraten, saftig und unendlich schmackhaft. Dazu nur etwas stark eingekochtes Jus mit ein paar heißen Kirschtomaten.

Danach eine Käseplatte mit 5 verschiedenen perfekt gereiften Käse: z.B. cremiger Brie de Meaux, buttriger Comté, dann natürlich Munster usw.

Als Nachspeise dann Schoko-Mousee mit Bitterorangen-Creme, dazu Sorbet von Ananas und eine feine Blätterteig-Stange.

Zum Menü haben tranken wir einen trockenen sehr süffigen Sylvaner vom Weingut Francois Meyer, natürlich aus Blienschwiller.

Das ganze Menü eine sprichwörtliche Genuß-Sinfonie und in manchem Sterne-Lokal nicht so perfekt. Sehr angenehm ist, dass jahreszeitlich bedingt das Menü häufig geändert wird und immer wieder neue Kreationen dazu kommen.Sehr nett ist auch, dass auf den Tischen kleine Porzellan-Schälchen mit einem kleinen Löffel stehen mit grauem natürlichem Meersalz. Ich bin nicht unbedingt für Nachsalzen von eigentlich perfekten Speisen, aber wir lieben z.B. eine Spur auf Gänseleber, auf frisches Brot mit Olivenöl usw. Jedenfalls eine nette zusätzliche Aufmerksamkeit für die Gäste.

Dass selbstverständlich der Kaffee, die Digestivs und Gebäck zum Kaffee ebenfalls erste Wahl sind, braucht nicht erwähnt zu werden.

Das Lokal ist immer gut besucht, deshalb unbedingt rechtzeitig reservieren!

 

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